06.09.2010 Startseite Flash-Version >>>              Suche:

Das Kompetenznetz
Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED)
Wissenschaft zum Wohle des Patienten
Die umfassende Erforschung der Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa - darauf ist der Wissenschaftsverbund aus Fachkliniken, niedergelassenen Ärzten und universitären Instituten spezialisiert: das Kompetenznetz Darmerkrankungen. Und die führenden CED-Forscher Deutschlands haben bereits verschiedene Ursachen der schweren Entzündungsprozesse im menschlichen Verdauungstrakt entschlüsselt und die Behandlung betroffener Patienten optimiert.
 

Das 1999 gegründete "Kompetenznetz Darmerkrankungen" hat zwei der weltweit bislang drei identifizierten Gen-Varianten entdeckt, die mit-ursächlich für die Morbus Crohn-Erkrankung sind. So wurde nachgewiesen, dass ein einziger entsprechend veränderter Gen-Baustein ausreicht, um die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Darmentzündung um 50 Prozent zu erhöhen – ein Meilenstein zum Verständnis des Zivilisationsphänomens Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Beide Erkrankungen gab es bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts nicht. Seither breiten sie sich weltweit aus - in den letzten 40 Jahren zunächst vor allem in den Industrieländern. Allein in Deutschland leiden inzwischen rund 300.000 Menschen unter diesen schweren Entzündungen des menschlichen Verdauungstrakts, die in den meisten Fällen den Darm betreffen.

Neben der Identifizierung krankheitsbegünstigender, individueller genetischer Dispositionen werden im Kompetenznetz neuartige Diagnose-Verfahren evaluiert und standardisierte Therapien entwickelt. So prüfen die Wissenschaftler neue Untersuchungsmethoden, wie beispielsweise die detaillierte Darmansicht mittels einer zu schluckenden Video-Kapsel.

Überdies wurden allgemein anerkannte Leitlinien für die Behandlung CED-Betroffener erarbeitet - die Basis für eine Therapie aller Patienten entsprechend der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, flächendeckend in Deutschland.

Für die Fortschritte in der Erforschung entzündlicher Darmerkrankungen ist der Aufbau umfangreicher Datenbanken von größter Bedeutung: so sind unter Wahrung strenger Datenschutzbestimmungen im Kompetenznetz tausende Patientendaten und Krankheitsverläufe dokumentiert und zusammengeführt worden - Proben des menschlichen Erbgutes von CED-Patienten werden gesammelt, das Serum Betroffener archiviert und ihre Gewebeproben analysiert. Auf diesen grossen Datenfundus haben die Mitglieder im Kompetenznetz für ihre Arbeiten Zugriff.
 

Nicht zuletzt diese Verfügbarkeit wichtiger molekular-epidemiologischer Parameter und deren Analyse haben in den letzten Jahren das Verständnis der Krankheitsbilder Morbus Crohn und Colitis ulcerosa nachhaltig verbessert wie auch diagnostische Methoden und Behandlungsverfahren optimiert.

Der Patient ist im Kompetenznetz durch die Patientenorganisation Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) aktiv vertreten. Diese unterstützt engagiert die Arbeit der Wissenschaftler.
Überdies kooperiert das Kompetenznetz Darmerkrankungen eng mit anderen wissenschaftlichen Forschungsprojekten der Bundesrepublik Deutschland, wie dem Nationalen Genomforschungsnetz, dem Deutschen Humangenomprojekt oder Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
 

Auch niedergelassene gastroenterologische und internistische Praxen wurden zunehmend in das Forschungs-Netzwerk eingebunden. Sie gewährleisten heute eine hochqualifizierte ambulante Vor-Ort-Versorgung von CED-Patienten in Deutschland.

Seit seiner Gründung 1999 wird das Kompetenznetz Darmerkrankungen mit mehr als 15 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und Bildung finanziert – wie andere medizinische Forschungsverbünde, die alle in der Telematik-Plattform für Medizinische Kompetenznetze (TMF) zusammengeschlossen sind.
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