Symptome frühzeitig erkennen hilft Behandlung optimieren

Auch durch die Aktivitäten des „Kompetenznetz Darmerkrankungen“ hat sich die Wahrnehmung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in Deutschland verbessert. Dennoch kommt es auch heute noch vor, dass bis zur Diagnosestellung eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa nicht nur Wochen, sondern Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen.

Zunächst ist es wichtig, dass die Betroffenen selbst Symptome wahrnehmen, die eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung anzeigen können. Dabei spielt besonders die Dauer der Beschwerden eine Rolle. Während ein Magen-Darm-Infekt typischerweise nach wenigen Tagen oder ein bis zwei Wochen abklingt, bleiben bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa die Beschwerden über längere Zeit bestehen.

Zusätzlich treten Warnsymptome auf, wie z.B. Fieber, Gewichtsverlust und Blutverluste im Verdauungstrakt. Die Abgrenzung von einer anderen Gruppe von chronischen Erkrankungen, den chronisch funktionellen Erkrankungen wie z.B. dem Reizdarmsyndrom, kann schwierig sein, weil die Symptome auch hier chronisch sind. Bei der Abgrenzung helfen aber ebenfalls die erwähnten Warnsymptome und Hinweise auf eine Entzündung in Blut oder Stuhl sowie Nachweise organischer Veränderungen wie z.B. einer Darmwandverdickung.

Hilfreich kann es sein, die Beschwerden in einem Tagebuch zu dokumentieren und mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Durch eine Zusammenstellung der erhobenen Befunde kann es zudem leichter fallen, Lücken zu erkennen, z.B. das Fehlen einer Dünndarmuntersuchung zum Ausschluss eines Morbus Crohn.